Grünkohl auf den Bahamas

Grünkohl auf den Bahamas? Aber Grünkohl muss doch Frost abbekommen? Nein, muss er nicht! Und so wird Grünkohl selbst in der Karibik auf den Bahamas angebaut und zählt dort zu einer der beliebtesten Gemüsesorten. Was auf den Bahamas aus Grünkohl gemacht wird, dazu später.

Eine Kreuzfahrt führte uns für einige Stunden in den Hafen von Nassau. Leider zu kurz, um eine Food-Tour zu buchen. Also machten wir uns mit einigen Tipps selbst auf den Weg. Der führte uns zunächst in bekannte Gefilde, zur John Watling´s Rum Distillery. Die Destillerie befindet sich auf dem Gelände des Buena Vista Estate. Das Anwesen selbst stammt aus dem Jahr 1789 und diente unter anderem für den James-Bond-Film Casino Royale als Kulisse für die fiktive Botschaft von Nabutu auf Madagaskar.

Erst seit 2013 wird hier Rum produziert. Zwar nur aus Melasse, denn Zuckerrohr wird auf den Bahamas nicht angebaut, dafür aber ausschließlich in Handarbeit bis hin zur Abfüllung und Etikettierung der Flaschen. Der Rum wird auch hier in alten Kentucky-Bourbon-Fässern gelagert und gereift. Die kurze Führung über das Anwesen ist kostenlos und beginnt mit einer kleinen Kostprobe einer Pina Colada. Vorbei am Brunnen geht es in die Produktionshalle, wo auch Fässer zum Riechen bereit stehen.

(Bildwechsel)
"Schnüffel-Fass" in der Rum-Destillerie

Rum bei John Watling’s: Der richtig gute kostet 65 Bahamas-Dollar …

Sie endet im Verkaufsraum und der angeschlossenen Bar, wo die Rumsorten auch verkostet werden können.  Im Angebot sind der zwei Jahre gereifte weiße Pale, der drei Jahre gereifte, goldfarbene Amber und der fünf Jahre gereifte, dunkle Buena Vista. Alle drei Rumsorten haben einen Alkoholgehalt von 40 Prozent. Neu im Angebot ist nun auch der Single Barrel Rum mit 66,2 Prozent Alkohol, der vier Jahre im Bourbon Fass gereift ist (Verkostung: Pale, Amber und Buena Vista für 9,50 Dollar und einschließlich Single Barrel 14,50 Dollar). Außerdem gibt es nun auch einen Vodka mit dem Namen Red Turtle. Daneben gibt es auch eine schöne Auswahl an Cocktails. Wir haben uns für den Hand-Shaken Daiquiri entschieden (11 Dollar). Da es den Rum von John Watling´s ausschließlich hier vor Ort zu kaufen gibt, wanderte natürlich auch noch eine Flasche Buena Vista Rum (ca. 60 Dollar) in unseren Rucksack.

(Bildwechsel)
Bahamas-Festival

Ursprünglich wollten wir zurück zur Stadt, doch wie es der Zufall wollte, fand gerade auf dem Gelände der Destillerie das Tru Tru Bahamian Festival statt (Eintritt 5 Dollar). Eine Mischung aus Kunsthandwerk, lokaler Produktion und Essensständen – also genau das Richtige für uns. Neben ein paar Souvenirs wollten wir gleich einmal in die lokale Küche hineinschnuppern. Eine der Spezialitäten auf den Bahamas ist die Conch Muschel (Große Fechterschnecke). Und hier auf dem Festival gab es Conch Fritters.

Coch Fritters: frittierte Bällchen mit Riesenmuscheln

Conch Fritters sind frittierte Bällchen aus einem Teig aus Mehl, Milch, Conch-Muschel-Stücken, Ei, Zwiebel, grünem Paprika, Stangensellerie, Knoblauch und Gewürzen. Dazu gibt es eine Art Thousand-Island-Sauce als Dip bestehend aus Ketchup, Mayonnaise, Limettensaft, scharfer Sauce, Pfeffer und Salz. Und diese hier haben auf jeden Fall das Warten gelohnt, denn der Conch-Anteil war recht hoch, der Teiganteil dafür geringer. Köstlich! – Ein kleiner Hinweis am Rande, die Conch-Muscheln unterstehen dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen. Die Einfuhr der Muschelschalen ist aber möglich – maximal drei Muscheln pro Person im privaten Gepäck sind erlaubt (siehe Zoll).

Nach dieser kleinen Vorspeise führte uns der Weg endgültig zurück in Richtung Zentrum und zum Grünkohl. Einer Empfehlung folgend gingen wir ins Restaurant Lukka Kairi direkt am Hafen neben dem Straw Market am Woodes Rogers Walk. Ohne die Empfehlung hätten wir dieses Restaurant wohl nicht besucht, da es uns zu touristisch aussah. Wir hätten etwas verpasst!

(Bildwechsel)
Kale Caesar Salad

Überraschende Bahamas-Spezialität: Grünkohl-Salat

Hier gibt es ihn nun, den Grünkohl. Und während bei uns der Grünkohl als gekochtes Gemüse und mit Pinkel als eher deftiges Gericht bekannt ist, wird hier der Grünkohl roh als Salat gegessen. Was dem Amerikaner sein Romana-Salat ist, ist dem Bahamesen der Grünkohl im Caesar Salad. Der Kale Caesar Salad kostet in der Basis-Version 10,50 Dollar und kann gegrillter Hühnerbrust für 6 Dollar noch aufgepeppt werden. Ich entschied mich für die Basis-Version – äußerst lecker! Grünkohl roh als Salat, das werden wir zu Hause ebenfalls ausprobieren.

Das Lukka Kairi ist aber auch für seine Meeresfrüchte bekannt und hat am Eingang große Aquarien. Und so gibt es hier natürlich auch eine weitere Spezialität aus der Conch-Muschel, den Conch Salad für 8,50 Dollar – mit Conch-Muscheln, grünem Paprika, Tomaten, Zwiebeln und Limettensaft. Dieser wird mit frittierten Kochbananen und einer ziemlich scharfen Sauce serviert. Letztere befindet sich in einem extra Schälchen. Als Bonus gibt es noch einen traumhaften Blick über den Hafen von Nassau.

Wenn uns wieder der Weg nach Nassau führen wird, dann werden wir auf jeden Fall noch tiefer in die lokalen Spezialitäten eintauchen.

 

Mit gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links (Anzeige, Werbung) - mehr Details dazu in unseren Hinweisen zur redaktionellen Transparenz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.