„Schnieten“ – Kakao-Würfel aus Omas Kochbuch

Es ist ein altes Familienrezept: „Schnieten“ wecken bei mir weihnachtliche Kindheitserinnerungen. Im alten Kochbuch meiner Oma kommt das Rezept in Abwandlungen gleich zweimal vor und auch in der kleine Rezeptsammlung, die ich vor viele Jahren von meine Mutter bekommen habe, sind die „Schnieten“ enthalten.

Die Original-Anleitung zum Rezept aus dem Kochbuch meiner Oma
Die Original-Anleitung zum Rezept aus dem Kochbuch meiner Oma

Der Begriff „Schnieten“ – so vermute ich – ist die sudetendeutsche Aussprache von „Schnitten“. Im Kochbuch meiner Oma heißt das Kakao-Gebäck ursprünglich „Schokoladenwürfel“. Und genau das ist es eigentlich auch: kleine, würfelförmige Schnitten, die vor allem aus Kakao und gemahlenen Haselnüssen bestehen, wobei der Kakao-Geschmack deutlich dominiert.

Die Schnieten sind erstaunlich herb im Geschmack und relativ trocken, also gut als Begleitung zu einer Tasse Kaffee geeignet. Wie gut die Schoko-Schnitten schmecken, hängt stark von der Qualität des Kakaos ab. Deshalb verwende ich nicht den günstigen Back-Kakao aus dem Supermarkt, sondern einen wunderbar milden, hochwertigen Bio-Kakao aus Peru, den ich auch für Schokoladen-Eis verwende.

Schnieten aus Omas Kochbuch
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Schnieten

Gericht Gebäck
Länder & Regionen Böhmen
Vorbereitungszeit 5 Minuten
Zubereitungszeit 50 Minuten
Arbeitszeit 55 Minuten
Portionen 100 Stück
Autor Franz

Zutaten

  • 6 Stück Eier
  • 1 Prise Salz
  • 180 g Butter
  • 220 g Zucker
  • 120 g Haselnüsse, gemahlen
  • 130 g Kakao
  • 0,5 TL Kardamom-Samen (optional, im Original-Rezept nicht enthalten)
  • 100 g Weizenmehl, 550er
  • 1 TL Backpulver (optional, im Original-Rezept nicht enthalten)
  • 4 EL Sahne

Anleitungen

  1. Eier in Eiweiß und Eigelb trennen

  2. Eiweiß im Kühlschrank kalt stellen

  3. Eiergelb und klein geschnittene Butter ca. 1 Stunde stehen lassen, damit sie Raumtemperatur annehmen können

  4. Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

  5. Prise Salz zum Eiweiß geben und mit dem Handmixer steif schlagen (im Thermomix: mit Rühreinsatz/Schmetterling mindestens 2 Minuten auf Stufe 4; Mixtopf muss absolut fettfrei sein) - mit dem Handmixer wird's meiner Erfahrung nach besser; so auch bei der Eigelb-Butter-Zucker-Mischung ...

  6. Einen Esslöffel vom Zucker zusammen mit den Kardamom-Samen (also: Kardamom ohne die trockene Kapsel-Haut) in einem Mörser ganz fein zermörsern. Das Pulver gut mit dem Kakao mischen.

  7. Eigelb, Butter und Zucker mit dem Handmixer schaumig schlagen

  8. gemahlene Haselnüsse und Kakao (inklusive Kardamom-Zucker-Mischung) in drei Schritten nach und nach unterheben

  9. Mehl und Backpulver gut vermischen und auf die Teigmischung sieben. Leicht unterheben, dann Sahne dazu geben und alles vorsichtig unterheben, so dass es gerade so eben gleichmäßig im Teig verteilt ist.

  10. Eischnee vorsichtig unterheben

    Ei-Schnee in drei Schritten ganz vorsichtig unterheben. Wie schon beim Mehl gilt: Wenn der Eischnee nicht mehr zu sehen ist, hat man zu viel gerührt. ideales Ergebnis: siehe Bild recht.

  11. Backblech mit Backpapier auslegen

  12. gleichmäßig aufs Blech streichen

    Schnieten-Teig gleichmäßig auf das Backblech streichen. Da der Teig recht fest ist, verteilt er sich beim Backen nicht mehr von selbst, sondern behält seine Form. Je gleichmäßiger man den Teig also aufs Blech streicht, desto gleichmäßiger wird auch das Ergebnis.

  13. 25 Minuten bei 175 Grad Ober-/Unterhitze backen

  14. fertig gebacken

    Aus dem Ofen nehmen und am Blech komplett auskühlen lassen

  15. Schnieten aus Omas Kochbuch

    In gleichmäßige, kleine Stücke schneiden - in je zehn Streifen quer und längt geschnitten ergibt das eine Menge von 100 Schnieten.

  16. Trocken lagern und zum Essen wahlweise zuvor mit Puderzucker bestäuben.

Wichtig: Die „Schnieten“ halten sich nicht lange – denn legt man sie in eine luftdichte Dose, werden sie feucht und schimmeln. Legt man sie in eine Pappschachtel, halten sie zwar deutlich länger, werden aber irgendwann hart wie Stein. Am besten sind sie also ab etwa zwei Tage nach dem Backen für etwa zehn Tage.

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