Kokos-Limoncello-Pralinen

Es waren ursprünglich nicht Kokos-Limoncello-Pralinen, die ich herstellen wollte. Eigentlich sollte es eine schnelle Eiweiß-Verwertung werden: Kokosmakronen. Keine große Sache. Doch dann ging es ungeplant in eine etwas andere Richtung. Meine Geschichte, wie aus einem Totalverlust etwas ausnehmend Leckeres wurde …

Das ist Euch vermutlich auch schon passiert: Ihr probiert ein neues Rezept aus oder werde übermütig und experimentiert einfach ganz wild drauf los – und das Ergebnis ist, nun ja, für die Tonne. Aber manchmal entsteht daraus trotzdem noch etwas richtig Gutes.

Ausgangpunkt: überflüssiges Eiweiß, wie so oft beim Backen. Es war noch eine Kokosnuss da – also Kokosmakronen, oder wie wir in Bayern sagen: Kokosbusserl. Soweit, so gut. Aber ich wurde übermütig, weil ich beim Kochen gerade ständig meinen selbst gemachten Limoncello im Kopf habe. Warum nicht Kokosbusserl mit Limoncello verfeinern?

Eigentlich hätte ich es absehen können: Die Masse war zu flüssig, da half auch Andicken mit Kokosmilchpulver nichts mehr. Nach dem Backen waren die Makronen zwar lecker, aber viel zu weich und relativ unansehnlich. Zum Wegwerfen aber zu schade.

Dann fiel mir die wunderbar cremige Konsistenz der Masse auf und ich hatte die Idee: Kokos-Limoncello-Pralinen.

Die nächsten Schritte war einfach: die gebackenen Kokosbusserl zu einer Masse verkneten, zu Kugeln rollen und mit Schokolade überziehen – dunkle mit 80 Prozent Kakao-Anteil, um den relativ süßen Geschmack der Makronen zu kontrastieren.

Das Ergebnis ist, ich kann’s nicht anders formulieren: sau-lecker. Der Weg hierher war holprig, aber das Ergebnis ruft nach Wiederholung. Deshalb für Euch hier das komplette Rezept.

Übrigens: Auch wenn die Versuchung groß ist – wenn die Pralinen einen Tag lang durchgezogen sind, schmecken sie deutlich besser direkt nach der Herstellung.

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Kokos-Limoncello-Pralinen

Gericht Dessert
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde
Arbeitszeit 1 Stunde 10 Minuten
Portionen 40 Stück
Autor Franz

Zutaten

  • 150 g Kokosraspeln (frisch) (getrocknete Raspeln sind für dieses Rezept ungeeignet)
  • 150 g Puderzucker (oder weißer Zucker, im Thermomix 15 Sekunden auf Stufe 10 pulverisiert)
  • 3 Stück Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • 0,5 Stück Zitronenabrieb (Abrieb einer halben, kleinen Zitrone)
  • 2 cl Limoncello
  • 30 g Kokosnussmilch-Pulver
  • 100 g dunkle Schokolade (80% Kakao-Anteil) (optional stattdessen weiße Schokolade)
  • 1 TL Kokosöl

Anleitungen

  1. Kokosnuss

    Kokosnuss schälen: z.B. mit einem Schraubenzieher die drei Löcher oben an der Nuss durchschlagen und das Kokos-Wasser ablaufen lassen. Dann mit der spitzen Seite eines Hammers so auf die Schale schlagen, sodass Risse entstehen. Nach und nach ist dann die ganze Nuss mit solchen Rissen umzogen, eventuell fallen schon ein paar Schalenstücke ab. Jetzt kannst Du die Schale mit den Fingern ablösen, eventuell vorsichtig mit einem Messer nachhelfen.

  2. 150 Gramm der Kokosnuss abwiegen.

  3. mit einer feinen Raspel zu Kokosraspeln verarbeiten. (im Thermomix: Kokosnuss in kleinere Stücke zerschneiden, dann 8 Sekunden bei Stufe 8. Allerdings kommt es hier sehr auf den Zustand der Kokosnuss an, Du musst also mit Stufe und Zeit variieren, um nicht zu feine, aber gleichmäßige Raspeln zu bekommen. Deshalb reibe ich die Kokosnuss hier lieber von Hand, zumal sich die Raspeln leichter weiter verarbeiten lassen als die gemahlene Kokosnuss.)

  4. Ofen auf 150 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

  5. Kokosmakronen-Masse

    Kokosraspeln, Zucker, Eiweiß und Salz zusammen in einem Topf unter ständigem Rühren erwärmen, bis sich Zucker und Eiweiß gut verbunden haben und anfangen, cremig zu werden. Die Masse darf nicht heißer als 50 Grad werden, weil das Eiweiß sonst fest wird. (im Thermomix: 10 Minuten bei 50 Grad im Linkslauf auf Stufe 1).

  6. Salz, Zitronenabrieb, Limoncello und Kokosnussmilch-Pulver hinzufügen und gut einrühren (im Thermomix: weitere 5 Minuten bei 50 Grad auf Stufe 1 im Linkslauf).

  7. Kokosmakronen backen

    Die Masse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verstreichen - Makronen zu formen, kann man sich natürlich sparen.

  8. Kokosmakronen - missglückt

    Im vorgeheizten Ofen bei 150 Grad rund 20 Minuten lang backen, bis sich oben leicht braune Spitzen bilden.

  9. Kokosmakronen-Masse gebacken

    Die gebackene Masse vom Backpapier kratzen und in einer Schüssel auskühlen lassen und zu einer Teigmasse verkneten.

  10. Kokos-Kugeln

    Aus der abgekühlten Masse mit der Hand kleine Kugeln rollen.
    Zunächst wirkt das wie eine sehr klebrige Angelegenheit. Rollt man die Kugeln aber lange genug zwischen den Fingern, lässt das Klebrige schnell nach. Anfeuchten der Hände oder zwischenzeitliches Händewaschen ist nicht nötig. Zusätzliche Feuchtigkeit wäre sogar ziemlich kontraproduktiv.
    Die fertigen Kokos-Kugeln auf Backpapier auslegen.

  11. Schokolade mit ein wenig Kokosöl im Wasserbad schmelzen, dabei nicht zu heiß werden lassen und anschließend abkühlen. (im Thermomix: Schokolade 10 Sekunden auf Stufe 8 zerkleinern, mit dem Spatel nach unten schieben, dann mit etwas Kokosöl 2 Minuten bei 50 Grad auf Stufe 3 schmelzen, anschließend in eine kleine Schale umfüllen).  
    Die Schokolade lässt sich am besten verarbeiten, wenn sie ausgekühlt, aber noch flüssig ist.

  12. Kokos-Kugeln zweimal mit Schokolade überziehen

    Kokos-Kugeln in die Schokolade tauchen, abtropfen und auf Backpapier auslegen.
    Wenn die Schokolade an den Kugeln fest geworden ist, diesen Arbeitsschritt wiederholen. Ich habe zwei Schokoladenschichten gemacht. Wer dickere Schokolade haben will, kann den Vorgang aber noch ein, zweimal wiederholen. 100g Schokolade reichen dann aber nicht mehr aus.

  13. Kokos-Limoncello-Praline

    Die fertigen Kokos-Limoncello-Pralinen sind innen zartschmelzend, die Süße der Makronen wird durch die bittere Schokolade abgemildert und kontrastiert.

Ich bin kein Pralinen-Experte und habe seit Ewigkeiten keine Pralinen mehr gemacht. Vermutlich gibt’s also professionellere Möglichkeiten, den Schokoladenüberzug aufzubringen – für Tipps bin ich da sehr offen.

Die Limoncello-Idee ist nur eine von vielen, denkbaren Varianten, die sich mit dem Rezept machen lassen. Mit dunklem Rum könnte das lecker werden, vielleicht auch eine weniger süße Version mit fein gehackten Cranberries? Der Fantasie sind da kaum Grenze gesetzt, solange es mit der Kokosnuss harmoniert.

Erst am Tag, nachdem ich meine Kokosbusserl-Limoncello-Pralinen gemacht hatte, ist mir aufgefallen, was bei mir so starke Kindheitserinnerungen wachgerufen hat: Die Pralinen sind geschmacklich gar nicht weit entfernt von dem bekannten „Bounty“-Schokoriegel – nur halt viel feiner und eleganter, eben handgemacht und nicht industriell gefertigt.

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